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Lkw-Vermietung in EU gelockert

Das Europäische Parlament hat grünes Licht für die bereits mit den EU-Regierungen vereinbarte Aktualisierung der EU-Vorschriften gegeben, die eine verpflichtende Mindest- Marktöffnung für die Nutzung von Fahrzeugen im Güterkraftverkehr festlegen (Kleintransporter oder Lkw), die ohne Fahrer angemietet werden. Das neue Gesetz soll die bestehenden Beschränkungen für die Anmietung dieser Fahrzeuge aus anderen EU-Ländern lockern. Es wird Verkehrsunternehmen, Vermietungs- und Leasingfirmen ermöglichen, kurzfristige, saisonale oder vorübergehende Nachfragespitzen zu decken oder defekte und beschädigte Fahrzeuge zu ersetzen. Sie soll auch einen

Beitrag zu den Klimazielen der EU leisten, da Mietfahrzeuge tendenziell neuer als die Fahrzeuge einer durchschnittlichen Fahrzeugflotte und daher im Durchschnitt auch sicherer und weniger umweltbelastend sind.

Die Abgeordneten haben in den Verhandlungen durchgesetzt, dass Transportunternehmen Mietfahrzeuge, die in einem anderen EU-Land zugelassen sind, für mindestens zwei Monate pro Jahr nutzen können (die derzeitigen Vorschriften erlauben nur die Nutzung von Mietfahrzeugen, die in demselben Mitgliedstaat zugelassen sind wie das mietende Unternehmen). Die EU-Mitgliedstaaten können jedoch auch vorschreiben, dass diese Fahrzeuge nach 30 Tagen der Nutzung gemäß ihren nationalen Vorschriften zugelassen werden müssen. Die Unternehmen müssen ihren nationalen Behörden die Nutzung von Mietfahrzeugen melden, um die Rechtmäßigkeit der Transportunternehmen zu überwachen und zu kontrollieren. Die EU-Länder können auch die Zahl der Mietfahrzeuge begrenzen, die Unternehmen einsetzen dürfen; allerdings darf diese Grenze nach der Vorgabe nicht unter 25 Prozent der gesamten von einem Unternehmen eingesetzten Nutzfahrzeugflotte liegen. Foto: MAN

Sprit sparen mit Aero-Paket

Die Hegelmann Express GmbH startet ein Projekt, um ihren Kraftstoffverbrauch zu senken. Dazu stattet das Unternehmen fünf Auflieger mit speziellen Aero-Paketen aus.

Nach erfolgreicher Testphase mit den Vorrichtungen zur Verringerung des Luftwiderstands von Betterflow will das internationale Transport- und Logistikunternehmen Hegelmann weitere entsprechend ausgestattete Fahrzeuge in seine Flotte aufnehmen. Durch den verringerten Luftwiderstand werden bis zu 1,8 l Kraftstoff pro 100 km eingespart.

Bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 120.000 km pro Jahr ergibt das laut Hegelmann eine Spritersparnis von mehr als 2000 l pro Jahr für jedes ausgerüstete Fahrzeug. Das Projekt ist Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie, mit der Hegelmann bis zum Jahr 2035 CO2-Neutralität erreichen will. „Als Logistikunternehmen stehen wir besonders in der Verantwortung, unsere Emissionen zu reduzieren“, erklärt Andreas Schmidt, CEO der Hegelmann Express GmbH. Dabei helfen die Aerodynamik-Pakete von Betterflow. Sie beinhalten verschiedene Komponenten, die am Auflieger angebracht werden und den Luftwiderstand der Lkw verringern.

Zunächst werden fünf Kühlauflieger mit den Systemen ausgestattet. Sie erhalten das Rundumpaket bestehend aus der robusten Unterbodenmembran, einer Verkleidung für den Unterbodenschutz, einem Vorflügel für die Stirnwand des Trailers und ein automatisches Heckflügelsystem. Die Technik kommt vor allem auf Langstrecken-Transporten zum Einsatz, um möglichst viel CO2 einzusparen.

Eine sogenannte Low-Flow-Komponente erstreckt sich fast über den kompletten Unterboden. Halter am Chassis hinten und an den Stützbeinen vorne spannen eine Membran und bringen sie straff in eine glatte Form, wodurch die Unterbodenströmung optimiert wird. Ergänzend dazu verkleiden die Low-Flow-Shape-Bauteile den heckseitigen Unterbodenschutz. Beide Komponenten sind wartungsfrei.

Eine optimale Luftströmung am Heckbereich erzeugt das System High Flow. Hierüber werden Unterbodenund Dachströmung aufeinander abgestimmt. Starke Verwirbelungen im Heckbereich werden über das vollautomatische Heckflügelsystem Rear Flow reduziert, die sich ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h automatisch öffnet. Im Ergebnis sollen sich somit durchschnittlich 1,8 l Kraftstoff auf 100 km einsparen lassen.

Die Investition von rund 10.000 Euro pro Trailer soll sich nach Unternehmensangaben bereits nach 15 Monaten amortisieren. Die Technik ist Teil der ganzheitlichen Nachhaltigkeitsoffensive des Logistikers aus Bruchsal in Baden-Württemberg. Unter anderem forscht Hegelmann hierzu an einem Projekt zur Reifeneffizienz, das den Kraftstoffverbrauch um weitere 15 Prozent reduzieren soll. Zudem rüstet der Logistiker seinen Fuhrpark auf flüssiges Biomethan (Bio LNG) um. Bis Ende 2022 sollen insgesamt 150 Lkw mit dem nachhaltigen Kraftstoff fahren, bis 2025 dann 20 Prozent der gesamten Flotte. Diese soll ab 2024 zusätzlich durch Elektro-Lkw ergänzt werden. Chef Schmidt: „Darüber hinaus arbeiten wir an einem Offsetting-Programm, um fünf Prozent der Emissionen aus den Transportaktivitäten zu kompensieren.“ Foto: Hegelmann

Mini-Stromer für urbane Flotten

Pakete, Pizza, Medikamente und Co. emissionsfrei bis in die kleinste Gasse der Innenstadt ausliefern: Dafür wurde der vollelektrische Opel Rocks-e Kargo entwickelt. Der Rocks-e Kargo gehört zur Klasse der elektrischen Kleinstfahrzeuge für nachhaltige städtische Mobilität (Sustainable Urban Mobility; SUM). Die Maße sind mit 2,41 m Länge, 1,39 m Breite und 1,52 m Höhe bei 400 l Ladevolumen ultrakompakt. Mit dem Flitzer macht Opel künftig Jugendliche ab 15 Jahren und Pendler in Städten mobil und ermöglicht es Transportunternehmern, Ware emissionsfrei auszuliefern. Das passt zum Trend: DasOnline-Geschäft und die Nachfrage nach Lieferungen nehmen bekanntlichzu. Die angegebene Reichweite von maximal 75 km ist von der persönlichen Fahrweise, Streckenbeschaffenheit, Außentemperatur, Nutzung von Heizung und Klimaanlage sowie thermischer Vorkonditionierung abhängig. Für die Opel-SUMs ist lediglich ein Führerschein der Klasse AM nötig. Er gilt für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer Leistung von maximal 6 kW (8 PS), höchstens zwei Sitzplätzen und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Der schlanke City-Stromer lässt sich mit einem Wendekreis von nur 7,20 m prima durch enge Kurven und in kleine Parklücken lenken. Und dabei sind Fahrer und Ware stets wind- und wettergeschützt. Anstelle des Beifahrerplatzes aus der bereits bestellbaren Rockse- Zweisitzer-Variante befindet sich im Kargo das modular aufgebaute Ladeabteil. Eine vertikale Wand trennt das Fahrer vom seitlichen Gepäckabteil optisch ab. Die Trennwand wurde mit einer Vertiefung so gestaltet, dass der Fahrer auch weiterhin den gleichen Raum und Komfort wie bei der Standardversion genießt.

Die Nutzlast beträgt 140 kg. Zum Zugriff auf die Ladung lässt sich die Abdeckung über dem Ladeabteil zum Fenster hin hochklappen. Werden Pakete dagegen von der Beifahrerseite aus dem eMobil genommen, kann sie zum Fahrer hin nach oben geöffnet werden. Liegt die Abdeckung wieder horizontal in ihrer Verankerung, trägt sie 40 kg und dient zugleich als praktischer mobiler Schreibtisch. Dank passgenauer Vertiefungen finden hier Lieferschein und Klemmbrett im A4-Format sowie Laptop oder Tablet rutschfest Platz. Leicht erhöht dahinter befindet sich ebenfalls in Griffweite ein weiteres Ablagefach. Die horizontale Vorrichtung kann hinter dem Fahrersitz verstaut werden. So lassen sich auch größere Gegenstände transportierten. Darüber hinaus verfügt der Wagen über einen justierbaren Ladeboden auf der Beifahrerseite. Er lässt sich auf Sitzhöhe arretieren, sodass zwei Ladeabteile entstehen, oder auf Bodenhöhe absenken. Auf diese Weise finden bis zu 1,20 m lange Gegenstände im Ladebereich des Mini-Nutzfahrzeugs Platz.

Die 5,5-kWh- Batterie kann in rund vier Stunden zu 100 Prozent über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Das 3 m lange Ladekabel ist fest im Fahrzeug untergebracht und wird bei Bedarf aus der Beifahrertür gezogen. Zum Stromtanken an einer öffentlichen Ladesäule bietet der Hersteller einen Adapter an.Alle Varianten des Rocks-e haben serienmäßig LEDScheinwerfer und -Blinker. Seitenschweller und weitere Karosserieverkleidungen unterstreichen den robusten Auftritt des City-Stromers. Lichte Momente – außergewöhnlich für ein Fahrzeug dieser Klasse – beschert das serienmäßige Panorama- Glasdach. Foto: Opel