Foto. nuiuuz

Biogas für die grüne Logistik

Der Gastro-Lieferant Transgourmet hat seine Flotte um 109 S-Way-CNG-Fahrgestelle erweitert. Damit hat das Unternehmen schon 114 Biogasflitzer von Iveco im täglichen Einsatz. Durch den Einsatz verdichteten Erdgases aus regenerativer Quelle, Bio-CNG, in den S-Way-Lastwagen von Iveco, profitieren die Kunden aus Gastronomie, Hotellerie, Betriebsverpflegung und sozialen Einrichtungen durch eine nahezu CO2-neutrale Belieferung. Die Biogas-Fahrzeuge kommen bei Transgourmet vor allem im innerstädtischen Lieferbetrieb sowie im Umland von Verteilerzentren zum Einsatz. Bei den 109 neuen Trucks handelt es sich hauptsächlich um vollluftgefederte Zweiachs-Fahrgestelle mit einem zul. GG von 19 t, einem Active- Day-Normalfahrerhaus mit niedrigem Dach sowie einem 340 PS oder einem 400 PS starken 9-l-Motor. Auf der linken und rechten Seite sind jeweils vier Gastanks mit einem Füllvolumen von insgesamt 160 kg angebracht. Damit ist eine Reichweite von 670 km möglich. Zur Bestellung gehören auch einige Dreiachs-Fahrgestelle mit einem zul. GG von 26 t, Active-Day-Normalfahrerhaus mit niedrigem Dach sowie einem 340 PS starken 9-l-Motor.

Erstmals testet der Zustellgroßhändler ein dreiachsiges Iveco-SWay- Fahrgestell mit LNG-Antrieb und einem 400 PS starken 9-l-Motor. Der Tank fasst 195 kg verflüssigtes Erdgas. Damit ist eine Reichweite von 800 km möglich. Transgourmet setzt bewusst auf die biogasbetriebenen Varianten des S-Way, denn sie eignen sich auch gut für Lieferungen in dicht besiedelten Wohngebieten mit zum Teil stark regulierten Umweltzonen. Im Vergleich zu einem Diesel- Lkw sind die Stickstoffdioxid- und Rußemissionen laut Hersteller deutlich geringer. Durch die Verwendung von Bio-CNG bei Transgourmet sollen 95 Prozent weniger CO2-Emissionen möglich sein. Die Biogas-Brummis sind zusätzlich deutlich leiser unterwegs als ein vergleichbarer Diesel-Lkw.

Sven Sauerwein, Leitung Logistik Services bei Transgourmet: „Bereits 2018 haben wir erste Fahrzeuge mit Gasantrieb in unsere Flotte übernommen und gute Erfahrungen damit gemacht. Deshalb der nächste Schritt in Richtung Fuhrparkumstellung. Unsere Kunden erwarten eine umweltfreundliche Lieferung. Bis 2026 haben wir uns zum Ziel gesetzt, mindestens 300 CNG-betriebene Nutzfahrzeuge zu beschaffen, um damit den CO2- Ausstoß in unserer Lkw-Flotte um 20 Prozent zu reduzieren. Dies ist Bestandteil unseres Projekts ‚Grüne Logistik‘. Seit Oktober 2022 beliefern wir alle unsere Kunden klimaneutral.“

Oben im Bild: Fahrer Jan Bogisch aus dem Betrieb Transgourmet Hildesheim vor einem Iveco S-Way. Foto: Iveco

BU: Audun Wickstrand Iversen

An der Schnittstelle Mensch/Technik

Lkw müssen auf die Straße, denn: Ob Tachodienst, Sonderabnahmen oder Hauptuntersuchung – jeder Stillstand kostet Geld. Das weiß man auch im Prüfzentrum Rheine. Im Prüfzentrum Rheine tun FSPPartner Franz-Josef Schmiemann und sein Team alles dafür, dass große als auch kleine Nutzfahrzeuge schnell wieder unterwegs sein können. Mit dem TÜV Rheinland im Rücken zeigt die Einrichtung, wie vielfältig der Beruf des Prüfingenieurs ist, der an der Schnittstelle zwischen dem Menschen sowie der sich rapide entwi ckelnden Nutzfahrzeugtechnik vorgeht.

„Ich komme aus dem Nutzfahrzeuggeschäft“, erklärt Franz-Josef Schmiemann, Geschäftsführer des Prüfzentrums Rheine. „Da war es für mich selbstverständlich, auch in diesem Bereich den Schwerpunkt unseres Prüfzentrums zu setzen.“ Ob Lkw oder Stadtbus – Schmiemann und sein Team machen möglichst viele Prüfungen auf einmal, damit das Fahrzeug nicht zu lange aus dem Verkehr gezogen wird. „Werkstatttermine korrespondieren selten mit dem anstehenden Tachodienst“, so Schmiemann weiter. „Das ist der Grund dafür, dass wir das für unsere Kunden gleich mitmachen. Dann müssen sie dafür gar nicht in die Werkstatt und lassen das von uns im Rahmen der Hauptuntersuchung erledigen.“ Selbstverständlich ist das Prüfzentrum technisch auf Lkw eingestellt. Die Ausrüstung ist nach den neuesten Erkenntnissen aufgebaut. So ermöglicht in den Gruben schattenfreie Beleuchtung reibungslose Arbeitsabläufe. Der Prüfingenieur sieht in jeder Position auch kleine Details, ohne dass er selbst einen störenden Schatten wirft. Eine Lichtschranke erkennt, ob sich hier ein Mensch bewegt und stoppt gefährliche Manöver. Dazu kommt, dass die Gruben miteinander unterflur verbunden sind. Dadurch ist der Zugang gefahrlos möglich und kein Mitarbeiter steht seinem Kollegen im Weg.

Um Fahrwerksbauteile und deren Achsbauteile genau zu untersuchen, hat man vollautomatische Bewegungsplatten in der Prüfbahn verbaut. Sie simulieren bei der Prüfung unterschiedliche Straßenzustände, die einen Verschleiß an den Fahrwerksbauteilen gut sichtbar für den Prüfingenieur machen. „Für die Zukunftsetzen wir auf weitere technische Innovationen“, so der Profi Schmiemann. „Wir wollen den Ablauf der Hauptuntersuchung für Nutzfahrzeuge noch besser machen. Gerade in diesem Fahrzeugsegment sehen wir im Prüfwesen große Herausforderungen, weil es sehr viele technische Weiterentwicklungen gibt.“

Wasserstoff zur Jahresmitte

Der Tankstelleninfrastrukturbetreiber MaierKorduletsch errichtet nach eigener Aussage bei Paul einen der leistungs - stärksten Mobility Hubs für Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb – einen Elektroladepark in der Kombination mit einer konventionellen Tankstelle. Im Next Mobility Konsortium entsteht zusammen mit der Paul Group und der Shell Deutschland ein System, das die Dekarbonisierung des Verkehrssektors beschleunigen soll. Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dessen Ministerium 2 Mio. Euro Fördergeld für den Bau der Wasserstofftankstelle zur Verfügung gestellt hat, setzte den ersten Spatenstich. Für Wasserstoff-Lkw wird es an dem neuen Mobility Hub, der Mitte 2023 eröffnen soll, zwei Zapfpunkte mit je 350 bar Druck geben. Dank einer extrem leistungsfähigen Verdichter- und Speicherlösung sowie durch den Einsatz von zwei Kompressoren können dort zweimal fünf Lkw pro Säule parallel und ohne Wartezeiten hintereinander tanken. Die Anlieferung des Wasserstoffs wird über mehrere Druck-Trailer sichergestellt, die jeweils über ein Fassungsvermögen von 1000 kg H2 verfügen. Über einen Hoch- und Mitteldruckspeicher sowie eine Kühlung bei der Betankung kann die Betankungsperformance dauerhaft sichergestellt werden. Je nach Fahrzeugmodell können zwischen 25 und 40 kg in zehn Minuten getankt werden.

Die Wartezeiten bei allen Tankvorgängen sind kurz. Dennoch sind nach Paul-Angaben selbstverständlich Kunden für Pausen willkommen: Auf mehr als 200 mÇ werden sie einen Shop mit Reisebedarf vorfinden sowie gastronomische Angebote. Und nicht zuletzt das Energie-Management des gesamten Hubs selbst soll zukunftsweisend konzipiert sein: Ein vollintegriertes, sektorengekoppeltes Energiekonzept bildet das Herzstück dieses neu entwickelten Mobility Hubs. Ein eigener Energiespeicher bietet die Möglichkeit, Lastspitzkappung, Flexibilisierung und eine effektivere Nutzung der regenerativen Energien vor Ort zu kombinieren.

Oben im Bild: Blick in die nicht allzu ferne Zukunft: Die Wasserstofftankstelle des Next Mobility Konsortium auf dem Gelände der Paul Group in Passau-Sperrwies. Foto: Next Mobility Konsortium

Letzte Meile ohne Fahrer

Warentransport bis an die Haustür geht auch ohne Fahrer. Das Technik-Start-up Loxo hat jetzt seinen marktreifen autonomen Lieferwagen Loxo Alpha vorgestellt. In der Schweiz entwickelt und produziert, soll der unbemannte Zustellflitzer Loxo Alpha im Frühling 2023 erstmals auf öffentlichen Straßen unterwegs sein. Er ist voraussichtlich Europas erstes für öffentliche Straßen zugelassenes autonomes Lieferfahrzeug für die letzte Meile. Neben dem Ursprungsland Schweiz soll der Loxo Alpha zunächst durch Städte in Deutschland und dem Vereinigten Königreich rollen. Es soll autonome Mobilität sowie den eCommerce verändern, ja sogar zum Standard für Heimlieferungen werden. Beim Konzept wurden die aktuell erschwerenden Umstände des Sektors wie geringe Margen, hohe Lieferkosten bei gleichzeitigem Bedürfnis der Kunden nach schneller Zustellung sowie der Fahrermangel berücksichtigt. Loxo-Mitgründerin Lara Amini- Rentsch zu den wirtschaftlichen Vorteilen: „Loxo ermöglicht skalierbare, zeitunabhängige und margenstarke Lieferungen. Käufer können selbst bestimmen, wann sie ihre Bestellung erhalten und müssen hierfür sogar weniger bezahlen. Auch Händler können ihre Margen erhöhen.“ Der Loxo verbindet das autonome Fahren mit weiteren Diensten. Einerseits kann er für Lieferungen vom Warenanbieter zum Endkonsumenten oder Geschäftskunden eingesetzt werden, andererseits eignet er sich für Hub-zu-Hub- Transporte. Das Gesamtprodukt besteht aus dem Fahrzeug inklusive Wartung und Instandhaltung, einer Software sowie dem Zuschnitt auf den kundenspezifischen Einsatzzweck.

Alleinstellungsmerkmale des Loxo Alpha sind laut Hersteller das optimierte Ladevolumen und die vollständige Integration in die Informationstechnik des Kunden. Zudem ist das Postauto der Zukunft an Stelle von rotierenden Sensoren mit einer Kombination aus Radar, Lidar, Sonar und Kamera ausgestattet. Ein Algorithmus erkennt Personen und Objekte in einem Sichtfeld von 360°. Droht Gefahr, wird unmittelbar ein Nothalt eingeleitet. Zur Sicherheit wird jede Fahrt von geschultem Personal aus der Ferne überwacht, sodass jederzeit ein Mensch eingreifen kann.